Der Methusalem unter den Hähnen - „Grüner Gockel“ wird 20 Jahre alt

- 10.09.2024 - 

Badische Kirchengemeinden engagieren sich für den Umweltschutz

Karlsruhe, (10.09.2024). Vor 20 Jahren wurde in der Evangelischen Landeskirche in Baden das kirchliche Umweltmanagement Grüner Gockel eingeführt. Am Freitag, 20. September, um 16 Uhr wird das Jubiläum in der Stadtkirche Karlsruhe gefeiert. Zum Festakt wird Landesbischöfin Heike Springhart in einer Laudatio neue und verdiente Grüne-Gockel-Gemeinden der Landeskirche auszeichnen und die Zertifikate an revalidierte Gemeinden überreichen.

Grüner Holzgockel und Menschen im Hintergrund

Quelle: ekiba / BUE - eingebettet von www.ekiba.de

Das Umweltmanagementsystem Grüner Gockel stützt sich auf die EMAS-Verordnung der EU und verleiht den Gemeinden damit ein international anerkanntes Zertifikat für ihr Umweltengagement. Es ist ein wichtiger Baustein im Klimaschutzprogramm der Landeskirche, das zum Ziel hat, bis 2040 komplett klimaneutral zu sein. 
Mit der Jubiläumsfeier wird die Arbeit der zahlreichen Umweltengagierten in den Grünen-Gockel-Gemeinden in Baden gewürdigt. Musikalisch begleitet wird die Feierstunde von Michael Kaufmann an Orgel und Klavier sowie Jana Miteva und Ingrid Timko (Gesang). Passend zum Thema Klimagerechtigkeit erleben die Gäste die 3D-Kunstinstallation „Gaia“ des Künstlers Luke Jerram, eine sieben Meter große, detailgetreue Abbildung der Erde. 
Erwartet werden Gäste aus den zertifizierten Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen quer durch Baden. Einer davon wird auch Volker Jarsch sein, der aus Meersburg am Bodensee zur Feier anreist. Mit dem Grünen Gockel könne man etwas bewegen, ist er überzeugt. „Du hast die Power, zusammen mit anderen und den Kirchengemeinderäten Ideen zu entwickeln und anzuschieben. Durch die Vielfalt der Themen, für die wir Verantwortung übernehmen, erweitert sich auch unser eigener Horizont und ist unsere Kreativität gefordert. Beispielsweise realisieren wir in Meersburg jetzt gerade unser Projekt ‚Energiewende im Gemeindezentrum‘ mit Wärmepumpe und PV-Anlage.“
 
Die Kirchengemeinde Aglasterhausen war eine der ersten Gemeinden, die sich für den Grünen Gockel entschieden hat. „Wir fühlten uns dazu verpflichtet, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, erinnert sich der Umweltbeauftragte der Kirchengemeinde Aglasterhausen, Melvin Eckhardt. Die Kirchengemeinde habe damals verantwortungsbewusst mit natürlichen Ressourcen umgehen und die Umweltbelastung reduzieren wollen. „Seit der Einführung des Grünen Gockels hat die Gemeinde ihren Energieverbrauch erheblich gesenkt und die CO2-Emissionen um mehr als 50 Prozent reduziert, was zeigt, dass Umweltengagement und Gemeindeaufbau sich gegenseitig bereichern können“, stellt Eckhardt fest.
 
Jede der insgesamt fast 200 Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen, die in den vergangenen 20 Jahren das Umweltzertifikat erhalten haben, hat ihre eigene Erfolgsgeschichte, die vor allem dem Engagement der Ehrenamtlichen in den Umweltteams zu verdanken ist. So wurde die Kirchengemeinde in Rheinfelden für den Umweltmanagement-Preis 2023 des Bundesumweltministeriums in der Kategorie „Beste EMAS-Umwelterklärung” nominiert. Zahlreiche Gebäude wurden inzwischen auf Pelletheizung umgestellt und Kirchendächer werden derzeit mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die Gemeinden achten auf nachhaltige Beschaffung beim Einkauf und setzen Biodiversitätsmaßnahmen um, wie Entsiegelungen, Bepflanzungen und Tierschutz z. B. von Störchen, Turmfalken und Fledermäusen. Zudem achten sie auf umweltbewusste Mobilität, schaffen Lastenfahrräder an und organisieren Mitfahrgelegenheiten. Die Grünen-Gockel-Gemeinden in Mannheim haben sogar den ersten Platz beim diesjährigen Stadtradeln belegt. 
 
  

Alexandra Weber

Stellvertretende Pressesprecherin
 
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